Der Mensch hinter der Methode

Jakow Trachtenberg: der Ingenieur hinter der Trachtenberg-Methode.

Jakow Trachtenberg (1888–1951) war ein Ingenieur aus Odessa, der ein System von Regeln für das Rechnen im Kopf entwickelte. Sein Weg führte ihn von Russland über Berlin, Wien und Jugoslawien nach Zürich, wo er die Methode unterrichtete, die heute seinen Namen trägt.

Kurzbiografie

Der Name wird auch Jakov, Yakov oder Jacob Trachtenberg geschrieben.

1Geboren

17. Juni 1888 in Odessa, damals Russisches Kaiserreich.

2Ausbildung

Ingenieur, Abschluss mit Auszeichnung am Bergbauinstitut in Sankt Petersburg.

3Bekannt für

Die Trachtenberg-Schnellrechenmethode.

4Gestorben

26. Oktober 1951 in Zürich, Schweiz.

Ingenieur in Sankt Petersburg

Nach dem Studium wurde Trachtenberg Chefingenieur der Obuchow-Werke in Sankt Petersburg, eines großen Industriebetriebs. Er galt zugleich als überzeugter Pazifist. Nach der Oktoberrevolution 1917 verließ er Russland und ließ sich in Berlin nieder.

Berlin und Wien

In Berlin schrieb er über die russische Industrie, verfasste Artikel für eine pazifistische Zeitschrift und veröffentlichte ein Russisch-Lehrbuch, das mehrere Auflagen erlebte. 1930 heiratete er die Sängerin und Pianistin Alice Bredow.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zog das Paar 1934 nach Wien. Dort waren sie nur bis zum „Anschluss“ Österreichs 1938 sicher.

Haft und die Entstehung der Methode

Nach eigener Darstellung musste Trachtenberg 1940 nach Jugoslawien ausweichen. 1944 wurde er in Split verhaftet und sollte deportiert werden, konnte aber mit Hilfe fliehen und erreichte am 25. April 1945 die Schweiz.

Am bekanntesten ist die Entstehungsgeschichte der Methode: Laut dem Vorwort zu seinem System entwickelte er die Regeln in Gefängnissen der Gestapo, ohne Papier oder Schreibzeug, sodass jeder Schritt im Kopf behalten werden musste. Die Angaben zu seiner Haft unterscheiden sich je nach Quelle; die genauen Umstände sind daher mit Vorsicht zu lesen. Zur Methode passt die Geschichte dennoch: Jede Regel zerlegt eine Rechnung in kleine Schritte, die man im Gedächtnis halten kann.

Zürich und das veröffentlichte System

In der Schweiz verfeinerte Trachtenberg seine Regeln und gründete in Zürich ein Institut, an dem sie unterrichtet wurden. Er starb 1951 in Zürich. Ein breites Publikum erreichte das System später durch die Bearbeitung von Ann Cutler und Rudolph McShane, auf Deutsch als „Die Trachtenberg-Schnellrechenmethode“ und auf Englisch als The Trachtenberg Speed System of Basic Mathematics erschienen.

Was seine Geschichte für Lernende bedeutet

Trachtenberg gestaltete seine Regeln so, dass möglichst wenig auswendig gelernt werden muss: Statt eine große Einmaleins-Tabelle abzurufen, folgen Sie für jede Ziffer einer kurzen Anweisung. So gehen Sie die Methode auch heute am besten an: Beginnen Sie mit der ×11-Regel und nehmen Sie eine Regel nach der anderen dazu.

Quellen: Wikipedia (Deutsch)